Hausa Sprache

Hausa (هَوُسَا)

Gesprochen in

Nigeria

sowie teilweise in: Benin, Burkina Faso, Ghana, Niger, Sudan, Kamerun, Libya, Togo

Sprecher80–85 Millionen
Linguistische
Klassifikation
Offizieller Status
Amtssprache voneinigen Bundesstaaten Nigerias
Sprachcodes
ISO 639-1:

ha

ISO 639-2:

hau

ISO 639-3:

hau

Hausa (auch: Hausanci) ist die am meisten gesprochene Handelssprache in West-Zentral-Afrika. Es ist eine afroasiatische Sprache und mit einer Sprecherzahl von ungefähr 30 bis 50 Millionen Menschen die größte der westlichen tschadischen Sprachen.

In Nigeria und Niger wird Hausa in den Grundschulen neben der Amtssprache gelehrt, also Englisch in Nigeria und Französisch in Niger. Die Deutsche Welle strahlt in der Region ein Programm in Hausa aus. Die BBC unterhält unter dem unten angegebenen Weblink eine eigene Nachrichtenseite auf Hausa.

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung

Hausa wird in folgenden Ländern gesprochen:

Sprachcharakteristika

Es ist eine sog. Tonsprache und wird heute vorwiegend im lateinischen Alphabet ergänzt durch 4 Lautsymbole geschrieben, kommt jedoch auch in arabischen Schriftzeichen vor.

Typische Merkmale, die Hausa als afroasiatische Sprache charakterisieren, sind u.a. die präfigierenden Tempora des Verbs, die Genusunterscheidung der Nomina und Pronomina im Singular sowie die Pronomina.

Verwandtschaft

Das Hausa gehört zu den Tschadischen Sprachen, einem Zweig der Afroasiatischen Sprachen.

Phonetik

Hausa weist insgesamt 25 Konsonanten auf, die weiter unten folgenden tabellarisch zusammengefasst sind. Das Konsonantensystem weist einige Besonderheiten auf, insbesondere implosive und ejektive Laute: Sie bestehen aus zwei Verschlüssen, deren einer stets der Glottisverschluß (’) ist. So kommen die Laute /b’/, /d’/, /ts’/ und /k’/ und /y’/ neben “normalem” /b/, /d/, /ts/, /k/ und /y (gesprochen j)/ vor.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über das Konsonantensystem. Weicht die normale Schreibweise von den entsprechenden IPA-Zeichen ab, ist sie in Klammern hinter dem IPA-Zeichen angegeben.

 bilabiallabiodentalalveolarpost-
alveolar
retroflexpalatalvelaruvularglottal
stl.sth.stl.sth.stl.sth.stl.sth.stl.sth.stl.sth.stl.sth.stl.sth.stl.sth.
Implosive ɓ (b’)   ɗ (d’)            
Ejektive      ts (ts’)     ƙ (k’)    
Plosive b  td      kg  ʔ (ʾ) 
Affrikaten       (c) (j)          
Nasale m   n            
Vibranten     r            
Taps / Flaps          ɽ (r)       
Frikativeɸ (f)   szʃ (sh)         h 
Zentrale Approximanten w         j (y)      
Laterale Approximanten     l            

An Vokalen kennt das Hausa /a/, /e/, /i/, /o/ und /u/, die entweder kurz oder lang gesprochen werden können sowie die Diphthonge /ai/ und /au/. Zusätzlich werden drei Töne unterschieden: hoher, tiefer und fallender Ton, letzterer ist eine Kombination aus Hoch- und Tiefton. In der wissenschaftlichen Transkription werden nur der Tiefton und der fallende Ton notiert. Einige wenige Ausnahmen markieren den hohen und den fallenden Ton. Dabei wird der hohe Ton mit dem Akut gekennzeichnet: (z. B.: á), der tiefe mit dem Gravis (z. B. à) und der fallende mit dem Zirkumflex (z. B. â). Außerhalb wissenschaftlicher Werke werden die Töne jedoch nicht eigens markiert. Jede vokalisch anlautende Silbe wird durch den Glottisverschluss (/’/ [ʔ]) eingeleitet: ‘aikìì „Arbeit“.

Grammatik

Morphologie

Nominalmorphologie

Substantive und Adjektive unterscheiden zwei Genera, d.h. grammatische Geschlechter, nämlich Maskulinum und Femininum sowie die Numeri Singular und Plural. Eine Kasusunterschiedung erfolgt nicht. Adjektive kongruieren in Numerus und Genus mit dem Bezugswort und stehen in der Regel vor diesem. Feminine Substantive haben in der Regel die Endung -a, maskulin dagegen sind die meisten Substantive, die auf einen anderen Vokal oder einen Konsonanten enden. Der Pluralbildung der Substantive und Adjektive erfolgt durch verschiedene Endungen und Teil- und Vollreduplikationen. Dieses System wird in der folgenden Tabelle anhand der Substantive ƙoofàà „Tür“ (feminin) und teebùr „Tisch“ und des Adjektivs ƙaatòò „groß“ dargestellt:

Numerusmaskulinfeminin
Substantiv
Singularƙoofààteebùr
Pluralƙoofoofiiteeburoorii
Adjektiv
Singularƙaatòòƙaatùwaa
Pluralƙâttaa

Verbalmorphologie

Hausa besitzt ein gemischtes System aus Aspekten und eigentlichen Tempora. Diese Formen werden dabei durch tempus- und personenspezifische sog. Subjektspronomina gebildet. Die folgende Tabelle listet Formen des Verbs tàfi „gehen“ aus den verschiedenen Tempora und Aspekten auf:

FormAnalyseÜbersetzung
yanàà tàfiyaa3. Person Sg. mask. Progressiv„er geht (gerade)“
yakàn tàfi3. Person Sg. mask. Habitualis„er geht (normalerweise)“
yà tàfi3. Person Sg. mask. Subjunktiv„dass er geht“ / „er soll gehen“
zâi tàfi3. Person Sg. mask. Futur„er wird gehen“
yâa tàfi3. Person Sg. mask. Unbest. Futur / Futur II„er wird gehen“
yaa tàfi3. Person Sg. mask. Perfektiv„er machte“
tàfiImperativ„Geh!“
tàfiyaaVerbalnomen„das Gehen“, auch Reise

Einige Wörter des Grundwortschatzes

WortbedeutungHausaWortbedeutungHausa
ichniigroßbàbba
dukai (m.), kee (f.)kleinƙànkanèè
er/sie/esshii (m.), ita (f.)essenci
wirmuutrinkenshaa
ihrkuuschlafenbarcii
sie (Plural)suusterbenmutù
wer?wààgehentàfi, jee
was?mèèkommenzoo
Menschɗan Adàmgebenbaa, baà
Mannmùtûmnehmenɗaukàà
Fraumàcè, mààtaasprechenfàɗaa
Kopfkâiliebensoo
Augeidòòeinsɗaya
Ohrkûnneezweibiyu
Nasehancììdreiukù
Mundbààkiivierhuɗu
Zahnhaƙooriifünfbìyar
Zungeharshèèsechsshidà
Herzzuucìyaasiebenbakwài
Handhannuuachttakwàs
Fußƙafààneuntarà
Wasserruwaazehngoomà
Feuerwutaazwanzigàshìrin
Sonneraanaahundertɗàrii
Mondwatààtausenddubuu

Allgemeine Informationen

Lernhilfen

Interessante Seiten in Hausa

Literatur

  • J. Ronayne Cowan and Russell G. Schuh: Spoken Hausa. Spoken Language Services, Ithaca (New York) 1976.
  • Irmtraud Herms: Wörterbuch Hausa-Deutsch. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1987.
  • Charles H. Kraft: Hausa. Teach Yourself Books. The English Universities Press, London 1973.
  • Charles H. Kraft and Marguerite G. Kraft: Introductory Hausa. University of California Press, Berkeley etc. 1973.
  • Hannelore Vögele: Hausa – Wort für Wort (Kauderwelsch Bd. 80). Rump, Bielefeld 1995.
  • Ekkehard Wolf: Referenzgrammatik des Hausa. Lit, Münster u. Hamburg 1993.

Siehe auch

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