Elephant Man
Elephant Man (* 11. September 1976 in Seaview Garden, Kingston, Jamaika; eigentlicher Name O’Neil Bryant) ist ein bekannter Interpret der Dancehall-Musik.
Inhaltsverzeichnis |
Sein Künstlername leitet sich von seinen großen Ohren her, die schon in seiner Jugend zu dem Spitznamen Dumbo führten. Vor seiner Solokarriere war er Mitglied in dem erfolgreichen, im Umfeld von Bounty Killer angesiedeltem Dancehall-Quartett Scare dem Crew mit Nitty Kutchie, Boom Dynamite und Harry Toddler, das sich jedoch im Streit trennte.
Elephant Man ist mit seinem gelb-orangen Haar eine auffallende Erscheinung. Als Musiker beeindruckt er durch seine tiefe Stimme, die oft in eine charakteristische Fistelstimme umschlägt, und seine dynamische Bühnenpräsenz (die ihm den Beinamen „The Energy God“ eingebracht hat). Sein akustisches Markenzeichen ist ein leichtes Lispeln.
2004 wurde Elephant Man auch außerhalb Jamaikas und der Dancehall-Szene bekannt, als die Firma Puma sein Lied All Out für ihren Werbespot zur Olympiade in Athen benutzte.
Elephant Man ist bei P. Diddys Bad Boys Records unter Vertrag.
Homophobie und Reaktionen
2001 veröffentlichte er den auf dem Liquid Riddim basierenden Hit Log On, der einen gleichnamigen Modetanz begleitete. Dieses Stück sorgte wegen seines homophoben Texts für Proteste von LGBT-Organisationen, vor allem in Großbritannien.[1] Seine Texte enthalten explizit Mordaufrufe gegen Schwule.[2] Auch in anderen Liedern gibt es ähnliche Aufforderungen; grundsätzlich sind im Dancehall solche Texte weit verbreitet. Bereits in der Vergangenheit hatten Dancehall Deejays für Aufregung mit Battyman-Tunes gesorgt. Die Bundesregierung prüft eine Indizierung seiner Platten.[3] Im August 2008 wurde die CD “Log On” von Elephant Man wegen Jugendgefährung indiziert.[4] Inzwischen wird versucht ihn für Einreisen nach Deutschland zu sperren.[5][6] Unter Hinweis auf diese Aktivitäten wurden alle Konzerte in Deutschland für 2008 von der Tournee-Agentur abgesagt.[7] Ebenso wurden angekündigte Konzerte in Mainz und Düsseldorf von den Veranstaltern abgesagt.[8]
Diskografie (Auswahl)
Alben
- Let’s Get Physical, 2. August 2007
- Monster of Dancehall, 2007 (wegen Jugendgefährdung indiziert)
- Direct from Jamaica, 2006
- Toe II Toe, Vol. 6 (mit Vybz Kartel), 2003
- Good 2 Go, 2003
- Higher Level, 2002
- Log On, 2001 (wegen Jugendgefährdung indiziert [4]])
- Comin’ 4 You, 2000
Singles
1999:
- Jook Gal (feat. Lil Jon)
2003:
- Pon De River Pon De Bank
2004:
- Let Me See You Bounce (feat. Biz Markie)
- Jook Gal 2004 (feat. Twista, YoungBloodZ & Kiprich)
2005:
- Get Low RMX (feat. Lil Jon and The East Side Boyz & Busta Rhymes)
- All Out
2007:
- Whine Up (Kat DeLuna feat. Elephant Man)
- Five-O (feat. Wyclef Jean)
2008:
- Gully Creepa
Weitere berühmte Tracks und Features
- Dancing Gym (feat. Lil Jon)
- Log On
- Shake Baby Shake (feat. Seeed)
Filmografie
- Third World Cop, 1999
- Def Jam: Fight for NY (Videospiel)
Einzelnachweise
- ↑ Queer:Brighton verbietet Hass-Musik
- ↑ Homophobic Reggae Artist Elephant Man abgerufen am 24. August 2008
- ↑ Laut.de: Bounty Killer u. a.: Regierung Vs. Reggae-Stars. 18. Juli 2008
- ↑ a b LSVD begrüßt Indizierung von Hass-Musik aus Jamaika
- ↑ Reichert: Warum nicht Schwulenhasser am Flughafen abfangen und zurückschicken? taz 29. August 2008
- ↑ Neue Initiative gegen Hassmusiker – Elephant Man soll in den Schengen Raum nicht mehr einreisen dürfen 27. August 2008
- ↑ LSVD: Für Oktober 2008 geplante Elephant Man Konzertreihe abgesagt
- ↑ LSVD: Die für September 2009 in Mainz und Düsseldorf geplanten Elephant Man Konzerte abgesagt