Kindesetymologie
Unter Kindesetymologie (auch Kinderetymologie) versteht man spätestens seit Stern und Stern die Versuche von Kindern, sich die Bedeutung komplexer Wörter selbst zu erklären. Dabei kommen sowohl korrekte als auch misslungene Deutungen zustande. Den Beginn dieser Bemühungen setzen Stern und Stern für das vierte Lebensjahr an; erste Belege sind jedoch bereits im dritten Lebensjahr zu beobachten, wie von den Autoren dokumentiert wird.
Zwei Beispiele
Zur Erläuterung des angesprochenen Phänomens mögen die folgenden Beispiele (aus dem Buch von Stern und Stern) dienen:
- Als Beispiel sei auf die Deutung eines Kindes für das Wort „Tunfisch“ hingewiesen, die sich in der kindlichen Frage „Tut der was?“ äußert. (S. 418)
- Für „Maiblume“ wird die Deutung „weil im mai de blumen wachsen“ berichtet. (S. 418)
Literatur
- Clara und William Stern: Die Kindersprache. Eine psychologische und sprachtheoretische Untersuchung. (Unveränderter Nachdruck der vierten, neubearbeiteten Auflage Leipzig 1928.) Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1975, Kapitel Kindesetymologie, S. 417-422. ISBN 3-534-07203-0.
Wiktionary: Kindesetymologie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
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